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Blick auf den Hafen von der Südbrücke

Die Umstrukturierung des Rheinauhafens ist derzeit das größte Städtebauprojekt der Stadt Köln. Die "modernes köln" Gesellschaft für Stadtentwicklung mbh hat dabei die Projektplanung übernommen und das Baurecht durchgesetzt. Das Rheinauhafengelände gehört der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK). Auf dem Gelände befinden sich 30 Baufelder, die an Immobiliengesellschaften verkauft wurden. Neuer Besitzer des "Siebengebirges" ist beispielsweise die Pandion Projektentwicklung und Immobilienmanagement GmbH.

Das Unternehmen hat sich auf die Revitalisierung denkmalgeschützter Gebäude spezialisiert. Das Siebengebirge ist schon vor seiner Fertigstellung ein beliebtes Wohnobjekt. Laut einer Pressemitteilung des Oberbürgermeisters Fritz Schramma  sind bereits im Oktober 2004 alle 102 Wohnungen des ersten Bauabschnitts verkauft worden.

Das Kap am Südkai wurde vom Kölner Architektenbüros KSP Engel und Zimmermann mit der PRIMUS Immobilien AG umgewandelt  und im November 2004 fertig gestellt und bezogen. Im Oktober waren laut der Geschäftsführung der LEG Standort- und Projektentwicklung Köln GmbH 80 Prozent des Gebäudes vermietet.

Rückseite des Siebengebirges

Das Großprojekt Rheinauhafen zeichnet sich durch ein Wechselspiel von moderner Architektur und  denkmalgeschützten Gebäuden aus. Auf 210.000 Quadratmetern Bruttogrundrissfläche entsteht eine Mischung aus Büros, Dienstleistungsbetrieben, kulturellen Einrichtungen, Gastronomie und Wohnraum. Der Anteil an Eigentumswohnungen wird 30 Prozent betragen. Der größte Teil des Projekts wird durch Büros und Dienstleistungsbetriebe belegt werden. Damit sollen 2.500 Arbeitsplätze geschafft werden.

30 Prozent der Gebäude des alten Rheinauhafens stehen unter Denkmalschutz. Bei der Umwandlung dieser Teile müssen daher besondere Auflagen beachtet werden. Bei so einem großen Projekt treffen viele unterschiedliche Auffassungen und Ansichten aufeinander. Nicht nur Auflagen zum Denkmalschutz müssen beachtet werden. Auch an den Schutz vor Hochwasser muss gedacht werden und verschiedene Bürgerinitiativen wollen ihre Interessen durchsetzen.

Kranlandschaft am Rheinauhafen

Für die "Bürgerinitiative Hochwasser Rodenkirchen" sind die Auflagen zum Hochwasserschutz besonders wichtig. Als eingetragener Verein hat sich die Initiative zum Ziel gesetzt, ein Hochwasserkonzept für das gesamte Rheineinzugsgebiet zu entwickeln. Die Umwandlung des Rheinauhafens wird von der Hochwasserschutzgemeinschaft nicht unbedingt positiv aufgenommen. Unter anderem kritisieren sie die Berechnung der Retentionsräume. Als Retentionsräume werden die Seitenbereiche des Flussbettes bezeichnet, in denen bei einer Überflutung ein Teil des Wassers zwischengespeichert werden kann.

Das Wasser steigt so flussabwärts langsamer. Die Hochwasserwelle wird verzögert und verläuft flacher. Bei der Umwandlung des Rheinauhafens wurden die Kellerräume der denkmalgeschützten Gebäude als angeblich neue Retentionsräume in die Rechnung mit einbezogen. Diese Räume wurden aber schon immer bei Hochwasser geflutet und dürfen deshalb nicht als neuer Retentionsraum bezeichnet werden, sagt die Rodenkirchener BI.

Die Bürgerinitiative kritisiert außerdem, dass mit der Umwandlung des Hafens in ein bewohntes Gebiet zugleich ein neues Risikogebiet geschaffen würde. Die zukünftigen Bewohner des Rheinauhafens würden das nächste Hochwasser als erstes zu spüren bekommen. Da die Stadt Köln schon jetzt bei kleineren Hochwassern regelmäßig über Ausgaben in Millionenhöhe klagt, wäre der Ausbau des Rheinauhafens in ein neues Stadtviertel eine zusätzliche finanzielle Belastung, prognostiziert die BI.

Neben der BI Hochwasser Rodenkirchen gibt es noch eine andere Gruppe, die das Städtebau-Projekt Rheinauhafen kritisch betrachtet. Der umweltfreundliche Verkehrsclub Köln (VCD) setzt sich als Umwelt- und Verbraucherverband für die ökologische und sozialverträgliche Mobilität aller Verkehrsteilnehmer ein. Am Projekt Rheinauhafen kritisiert der VCD, dass der Hafen schlecht an den Öffentlichen Nahverkehr angebunden sei. Es gäbe keine direkte Verbindung zum Hauptbahnhof am Dom und auch die Haltestellen seien zu knapp gesät.

Der VCD sieht ein Problem in der Verschlechterung der bestehenden Rad- und Fußwege. Die Fußgänger und Radfahrer müssen an den Ampeln länger warten und teilweise fallen jetzt vorhandene Übergänge ganz weg. Zusätzlich wird befürchtet, dass es in den angrenzenden Stadtvierteln zu Parkplatzproblemen kommen wird.

Trotz all dieser Kritik gibt es viele Menschen, die sich auf den neuen Rheinauhafen freuen. Seien es diejenigen, die einen von den 2.500 neuen Arbeitsplätzen bekommen oder die Bewohner der teuren Eigentumswohnungen, die bald aus ihren Luxusapartments ihren privaten Panoramablick auf den Rhein und das Siebengebirge genießen können. Ob der Hafen zu einem beliebten und vor allem belebten Stadtviertel wird, so wie die Entwickler sich das vorstellen, wird sich erst zeigen, wenn die Umwandlung komplett vollzogen ist.

Maren Richter

Links:

www.moderneskoeln.de/Rheinauhafen.htm - Informationen über das Projekt

www.hochwasser.de - News zum Thema Hochwasser