

Der Rheinauhafen war früher eine kleine Halbinsel im Rhein südlich der Altstadt. Die Halbinsel war das Ausflugsziel vieler Kölner, sie trafen sich zum Baden und verbrachten ihre Freizeit am Rheinufer. "Werthchen" wurde die Halbinsel von den Kölnern genannt. Sie war im Süden mit dem Ufer verbunden und im Norden über eine Drehbrücke erreichbar. Heute stellt die Brücke die Verbindung zum Schokoladenmuseum her.
Schon 1820 wurde die Halbinsel zum Hafen umfunktioniert. Der Beginn der Dampfschifffahrt und der Bau der Eisenbahn führten zu einem höheren Handelsaufkommen. Ein neuer Hafen musste her. So entstand das "Becken am Bayen". Nach der Befestigung des Hafens 1892 wurde er in Rheinauhafen umbenannt.
Der Rheinauhafen bestand aus mehreren Gebäuden: Dem Zollhafen im Norden, an dessen Spitze das Hauptdienstgebäude untergebracht war, das heutige Schokoladenmuseum. Außerdem gab es ein kleineres Dienstgebäude, drei Lagerhallen entlang der "Hansawerft" und weitere Hafenbereiche mit Lagerhallen, privaten Handelsgesellschaften, Gleisanschlüsse und Kranbahnen. Im Süden befanden sich das städtische Hafenamt, ein Kraftwerk zum Betrieb der hydraulischen Anlagen, ein Lokschuppen und der Hafenbahnhof. Der Bayenturm, der sich auch auf dem Hafengelände befindet, stammt aus dem Mittelalter.
In den Jahren 1909 und 1910 wurde der Hafen weiter ausgebaut. Im Süden des Hafengeländes entstand ein 170 Meter langes Lagergebäude. Aufgrund seiner sieben Giebel wurde und wird es von den Kölnern "Siebengebirge" genannt. Im Anschluss wurden bis in den Einzugsbereich der Südbrücke weitere Silos und Lagerhallen errichtet.
Nach dem zweiten Weltkrieg drängten die neueren und größeren Häfen in Köln den Rheinauhafen in den Hintergrund. Schon in den 50er Jahren, als der Hafen in Niehl umgebaut wurde, dachte man über eine Neugestaltung des Rheinauhafens nach. Mit der Zeit verlor der Rheinauhafen seine Bedeutung als Hafen völlig.
In den letzten Jahren ist nun ein neuer Schritt in Richtung Zukunft des Rheinauhafens gemacht worden. Der Hafen wird umstrukturiert und moderne Architektur vermischt sich mit den alten denkmalgeschützten Bauten. Der Rheinauhafen bietet nach seinem Umbau Platz für neuen Wohnraum, Dienstleistungsbetriebe, Einzelhandel, Büros, Bildung und Kultur.
Maren Richter