

Wenn landläufig von Südstadt die Rede ist, dann meinen die meisten die Straßen rund um den Chlodwigplatz inklusive Severinsviertel und Volksgarten. In der Statistik wiederum sieht es anders aus, die Südstadt und das Severinsviertel werden getrennt aufgeführt. Im Norden wird die Südstadt ab der Ulrepforte vom Karolingerring, Chlodwigplatz und Ubierring eingegrenzt. Die östliche Grenze ist die Agrippinawerft am Rhein. Im Süden sorgen der Oberländer Wall, der Alteburger Wall, ein kleines Stück der Bonner Strasse und die Rolandstrasse für die Begrenzung. Im Westen übernimmt die Vorgebirgstrasse, die wiederum zur Ulrepforte führt, die Eingrenzung. Die Südstadt gehört zum Stadtteil Neustadt-Süd, das Severinsviertel dagegen zur Altstadt-Süd.
Es wohnen ca. 15.000 Einwohner in der Südstadt. Der Ausländeranteil beträgt 17 Prozent, somit liegt die Südstadt im mittleren Bereich, was den Ausländeranteil angeht. Denn in anderen Stadtteilen, wie z.B. Ehrenfeld, Mülheim, Chorweiler oder Kalk ist der Ausländeranteil deutlich höher, mit bis zu 40 Prozent. Im Severinsviertel wohnen ca. 11.000 Einwohner, der Ausländeranteil ist mit 24 Prozent nur etwas höher als in der Südstadt.
In der Südstadt und auch im Severinsviertel wohnen im Vergleich zu anderen Stadtteilen viele junge Leute (25-45jährige), sowohl alleine, als auch als Familie mit Kindern, was auch ein Zeichen dafür ist, dass die Südstadt als kinderfreundlich gilt. Dafür ist auch der nahe gelegene und im Sommer immer überfüllte Volksgarten ein Indiz. Mit seinen großen Grünflächen, dem See, auf dem man Tretboot fahren kann und dem großen Spielplatz ist der Volksgarten ein reines Kinderparadies. Fast genauso beliebt ist auch der Römerpark, der überwiegend vormittags recht kinderreich ist. In der Südstadt wohnen zwar mehr Familien mit Kindern als in den übrigen innerstädtischen Vierteln, allerdings ist in den Randbezirken der Stadt der Kinderanteil individuell höher.
Geht es um die Wahlbeteiligung, so ist der Kölner Süden sehr aktiv. Bei der Bundestagswahl 2002 z.B. lag die Wahlbeteiligung der Südstädter mit ca. 80 Prozent sogar etwas höher als die der restlichen Kölner, deren Wahlbeteiligung lag nämlich nur bei etwa 77 Prozent. Dürfte der Kölner Süden allein bestimmen, wer die Regierung übernimmt, dann sähe das Ergebnis anders aus: Stets heimsen die Grünen weit mehr Stimmen ein, als im Rest von Köln. Bei der Kommunalwahl 2004 kamen die Grünen in der Neustadt-Süd sogar auf 35 Prozent - und landeten damit noch vor allen anderen Parteien.
Jacqueline Stoimanova
Nach dem Motto "was ein Meinungsforschungsinstitut kann, können wir schon lange" haben wir im Zuge unserer Recherche über die Bevölkerung der Kölner Südstadt einen Fragebogen entwickelt und sind damit durch Kölns Straßen, Cafés, Waschsalons und Arztpraxen gezogen. Was dabei herausgekommen ist, wie die Südstadt also zu ticken scheint, sehen Sie hier ...
Wir haben 100 Leute unabhängig voneinander befragt:
Wie ist der "typische Südstädter"?
Dabei antworteten:
