Das "Wintermärchen" und die Folgen

Es war "die" Überraschung des Sport-Jahres 2007: Die deutsche Nationalmannschaft wird im eigenen Land Handball-Welmeister und löst eine noch nie dagewesene Euphorie für den Handball-Sport aus. Mehr als 16 Millionen begeisterte Zuschauer verfolgten am 04.02.2007 das Finale gegen Polen an den Fernsehschirmen. Tausende feierten anschließend auf den Straßen in ganz Deutschland ihre neuen Helden.

Tatsächlich scheinen die Zeiten vorbei, in denen Handball sogar als zweite deutsche Ballsportart nach Fußball in Frage gestellt wurde. WM sei Dank! Ausverkaufte Hallen in ganz Deutschland, wie zum Beispiel die Kölnarena bei den Spielen des VfL Gummersbach, sind keine Seltenheit mehr und spiegeln die neue Handball-Faszination in Deutschland wieder. Besonders auffällig: Immer mehr junge Fans finden den Weg in die Hallen. Handball ist wieder "in". Das durfte zuletzt auch Bundestrainer Heiner Brand am Rande des Supercups im Oktober in Dortmund feststellen, "Eine solche Begeisterung haben wir vorher nicht für möglich gehalten".

Neue Begeisterung bei den Kids

Doch nicht nur auf den Tribünen, sondern auch auf dem Parkett, erfreut sich der Sport wachsender Beliebtheit. Bereits in den ersten Wochen nach der WM vermeldete der Deutsche Handball Bund einen riesigen Zulauf an Kindern und Jugendlichen. "Das ist wirklich kaum zu beschreiben, zum ersten Mal seit Jahren konnten wir wieder mehrere E-Jugenden melden", erzählt beispielsweise Christian Schmidt, Torhüter und ehemaliger Jugendtrainer des Landesligisten VfS Warstein.

Zwar ist der anfängliche Boom mittlerweile etwas abgeebt, doch der Trend zeigt weiterhin nach oben. Davon ist auch DHB-Präsident Ulrich Strombach fest überzeugt, "Ich hoffe, dass der DHB schon bald über eine Million Mitglieder haben wird".

Handball in neuem Glanz

Die berauschenden Auftritte der Truppe von Heiner Brand, wie zuletzt beim Supercup in Dortmund, haben ihren Teil dazu beigetragen und einer ganzen Sportart zu neuem Glanz verholfen. Mit Spielern wie Pascal "Pommes" Hens oder Michael Kraus haben die jüngsten Handball-Fans auch wieder Idole zu denen sie aufschauen können. Wie wichtig dies ist, wissen wir nicht erst seit "Poldi" und "Schweini".

Der deutsche Handball scheint also auf einem guten Weg. Allerdings gilt es jetzt zu beweisen, dass die Erfolge der vergangenen Monate mehr als nur eine Momentaufnahme sind. Sollte die deutsche Nationalmannschaft bei der am 17. Januar startenden Europameisterschaft in Norwegen ähnlich erfolgreich abschneiden wie bei der Heim-WM, würde sich wohl auch die Frage nach der zweiten deutschen Ballsportart endgültig erübrigen.