

Homo sapiens war gestern. Unter dem Titel "Homo digitales - der Wert der Nachrichten 2020" trafen sich Experten auf dem Medienforum NRW, um die zukünftigen Anforderungen an die User zu erörtern. Dabei ging es vor allem um die journalistische Qualität, die Mediennutzungskompetenz, neue rechtliche Regelungen sowie eine fortschreitende Individualisierung.
Die vom Moderator formulierte These, journalistische Qualität ginge im Web verloren, wollte die Expertengruppe nicht gelten lassen. Viele Inhalte im Web wollen und sollen nicht den journalistischen Qualitätsansprüchen genügen. Denn, so der Tenor, wenn ein Amateur-Schreiber einen Text in gleicher Qualität, wie ein Journalist schreiben könnte, wäre der Journalismus überflüssig.
Für den homo digitales wird es in Zukunft vor allem wichtig sein, aus dem riesigen Informationsangebot die für ihn wichtigen Themen auszuwählen.
Diese Mediennutzungskompetenz zu lehren gestalte sich aber als schwierig. Die Ursache sehen die Experten darin, dass heute noch nicht klar ist, wie sich das Web weiter entwickelt. Kompetenzen, die heute noch gelten, können dann schon veraltet und nicht mehr zu gebrauchen sein.
Ein sehr wichtiges Thema der Zukunft wird eine neue Rechtsprechung für das Web sein. Einfach zu sagen, was in der Realität Recht ist, muss auch im Netz Recht sein, reicht nicht aus. Nach den Experten muss hier noch viel weiter gedacht werden. Der homo digitales wird in seinem Leben eine Flut von Daten produzieren, die es zu schützen gilt. Dafür müssen völlig neue Gesetze geschaffen werden.
In Zukunft werden die Informationsangebote weiter steigen. Sie werden auch spezieller und zielgerichteter. Der homo digitales wird sich der nur noch mit den Themen beschäftigen, die ihn wirklich interessieren. Er wird sich also von der Masse abgrenzen und stärker individualisieren. Den sogenannten Mainstream gibt es dann nicht mehr. Tendenzen hierzu lassen sich schon heute erkennen. Vor ein paar Jahren wurde am Montagmorgen im Büro von „Wetten Dass“ am Wochenende erzählt. Heute ist das Angebot so groß und spezialisiert, dass die Kollegen selten dieselben Sendungen sehen.
Im Allgemeinen sagen die Experten eine optimistische Zukunft voraus. Wichtig ist, dass der Mensch ein analoges, also reales Wesen bleibt, auch wenn er digital kommuniziert. Er wird nicht von heute auf morgen zum homo digitales, sondern wird sich langsam entwickeln. Er wird lernen mit dem neuen Medium umzugehen und es für seine Zwecke zu nutzen, so wie der Mensch schon immer mit Neuerungen umgegangen ist.
Ein Bericht von Carolin Voss
Fachhochschule Köln – Institut für Informationswissenschaft
Lehrveranstaltung: "Redaktionelle Praxis", SoSe 2008
Studiengang: Online-Redakteur (Bachelor of Arts)
Redaktion: Benjamin Sehring, Carolin Voss, Nicolai Helling, Daniel Schlicht, Jan-Philip Kempf, Marcelo Jaramillo Cox, Inga Laas, Luis Palma-Matos, Dominik Weber, Kathrin Köchner, Prof. Dr. Konrad Scherfer
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