Der kreative Kampf der Filmfrauen

japanische Frau

Nicht erst seit 30 Jahren versuchen Frauen, das männerdominierte Filmgeschäft auf sich aufmerksam zu machen. Aber seit fast 30 Jahren machen sie das in Form von Filmfestivals. Schon in den 80er Jahren entstanden die Festivals Feminale und femme totale, die 2005 zum Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund|Köln fusioniert sind. Kurt Eichler, Leiter des Kulturbüros Dortmund, sah den Zusammenschluss zu Anfang eher skeptisch. Inzwischen witzelt er resümierend: „Die Kölner leben und die Dortmunder arbeiten – beides zu vereinen, bedeutet ein lebendiges Miteinander.” Dieses Miteinander der früheren Konkurrenten eröffne dem Festival noch viel Spielraum nach oben, so das Vorstandsmitglied des IFFF-Trägervereins Claudia Schurian.

Das IFFF Dortmund|Köln gibt Frauen in allen Berufen der Filmproduktion wie Regie, Kamera, Schnitt und Musik die Chance, sich als Teil der Filmkunst und -branche darzustellen, ohne in der männlichen Konkurrenz unterzugehen. Die Filme der Frauen decken alle Genres ab und zielen auf ein vor allem interessiertes und nicht vorrangig weibliches Publikum. Dieses Jahr waren Transgender-Themen ganz groß und der Länderschwerpunkt China beeindruckte sogar den Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma in seiner Eröffnungsrede: „Das Team des Internationalen Frauenfilmfestivals beweist mit dem diesjährigen Länderschwerpunkt ein feines Gespür für weltweit aktuelle Themen.“ Neben Filmvorführungen gibt es auch Gespräche mit Filmemacherinnen sowie Workshops auf dem jährlich abwechselnd in Köln und Dortmund stattfindenden Festival.

Immer wieder werden auch Bekanntschaften gepflegt und bei einem Glas Sekt aufgefrischt. So begrüßen sich die Besucherinnen und Besucher schon nach kurzer Zeit wie Freunde und die eher kleinen und überwiegend älteren Kino-Räumlichkeiten vermitteln ein bisschen das Gefühl vom heimischen Wohnzimmer. Eine ausgelassene und freundliche Stimmung ziehen neben den außergewöhnlichen und künstlerisch wertvollen Filmen jeden Neuankömmling in den Bann des Internationalen Frauenfilmfestivals.

Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln – ein Termin, den man sich für die nächsten Jahre auf jeden Fall merken sollte.

Johanna Chylewski

Screenshot des Frauenfilmfestival-Blogs

„Wir können schwimmen“ Ein Werkstattbericht über die Entstehung des Blogs

„Für das Kultur-Ressort geht es bereits zu Beginn des dritten Semesters auf das Internationale Frauenfilmfestival (IFFF). Ihr bekommt dann Presseausweise, könnt euch frei auf dem Festival bewegen und wir werden bereits im Vorfeld mit einem Blog zu dieser Veranstaltung online gehen.“ Das in etwa waren die Worte unserer Professorin Petra Werner. Und wir alle waren von nun an gespannt, was uns als angehende Online-Redakteure in unserem ersten Live-Versuch erwartet. Zwei Wochen vorher erhielten wir dann Besuch in unserer Lehrveranstaltung. Stefanie Görtz, Pressesprecherin des IFFF, erklärte uns das Festival in seiner ganzen Dimension und verkündete, dass wir zusammen mit ein paar Studenten aus Dortmund für einen Teil der Öffentlichkeitsarbeit für das Festival zuständig sein würden: Vorrangig ginge es darum, den Blog mit Content zu füllen, aber auch für die täglich erscheinenden Festival-News zu schreiben. 

Das war wohl der Moment, in dem es losging. Vorfreude machte sich breit, wir alle realisierten nun, welchen Status wir während des Festivals genießen durften. Filme im Vorfeld zu sehen, die erst in ein paar Tagen der Öffentlichkeit vorgestellt würden, das ließen wir uns nicht zweimal sagen und bestellten eifrig einen Film nach dem anderen. Nun galt es sich zu orientieren, was sagt einem zu, worüber will man was schreiben, wen kann man dazu interviewen, Video oder Audio, deutscher, englischer oder gar chinesischer Film?

Schon nach wenigen Tagen gingen die ersten Rezensionen und Berichte online. Zunächst waren dies meist Touristenempfehlungen für Köln. Wo kann man hingehen zwischen den Filmen? Wer macht die beste Currywurst? Klassisches und Insidertipps – ein gelungener Mix. Wir schrieben und schrieben, lasen gegenseitig Korrektur oder zogen miteinander los, um die entsprechenden Empfehlungen auch selbst einmal getestet zu haben.

Mit Beginn des Festivals begann dann unsere „heiße Phase“. Täglich trafen wir uns zu einer kleinen Konferenz in „unserer provisorischen Redaktion“ im Media-Park. Hier wurde der jeweilige Tag besprochen, Aufgaben vergeben, das entsprechende Equipment (Mikro, Aufnahmegerät, Kamera) ausgetauscht. In den folgenden Tagen führten wir unsere ersten Interviews, drehten unsere ersten Filme, zeichneten die ersten Audios auf, besuchten unsere erste Pressekonferenz, trafen den Bürgermeister und sahen Filme, die wir uns privat oftmals nicht angesehen hätten. Daraus entstanden dann positive wie negative Rezensionen, immer behaftet mit einer neuen Erfahrung.

Unser Ressort rückte Tag für Tag enger zusammen. Wir lernten miteinander zu arbeiten, uns auszutauschen, uns zu kritisieren – kurzum, wir wurden ein Team.

Das Internationale Frauenfilmfestival war für uns ein Sprung ins kalte Wasser. Aber schwimmen gelernt haben wir dort alle.

Sandra Weinert

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