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Interview mit Nadine Reuter

Nadine Reuter (20) ist Studentin des Studiengangs Online-Redakteur an der Fachhochschule Köln. Sie befindet sich am Ende des zweiten Semesters. Die Einführungstage und das „Get together“ liegen nun schon ein Jahr zurück. Trotzdem kann sich Nadine noch gut an ihre ersten Stunden und an das erste Aufeinandertreffen mit ihren Kommilitonen und Professoren erinnern. Was sie von dem in Deutschland einzigartigen Studiengang hält und wie sie sich in der FH eingelebt hat erfahrt ihr im  Interview.

Eine angehende Online-Redakteurin im Gespräch

Nadine, du hast dich direkt nach deinem Abitur für das Studium zum „Online-Redakteur“ beworben. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Mir war schon früh klar, dass ich nach dem Abitur eine journalistische Richtung einschlagen wollte. Da ich aus Köln komme und gerne hier studieren wollte, habe ich mich bei den verschiedenen Hochschulen in Köln über die Studiengänge informiert und bin auf der Internetseite der FH Köln auf den Studiengang „Online-Redakteur“ gestoßen, was mich auf Anhieb sehr angesprochen hat.

Mit 20 Jahren bist du noch sehr jung. Wie ist der Altersdurchschnitt in deinem Semester?

Das ist relativ ausgeglichen. Die Altersspanne reicht von 20 bis 35 Jahren. Am Anfang war ich recht erstaunt über die große Differenz, aber jetzt muss ich sagen, dass es für die Gruppendynamik sehr von Vorteil ist. Wir verstehen uns untereinander alle gut und jeder profitiert von jedem und seinen bisherigen persönlichen Erfahrungen.

Hast du Kommilitonen, für die das Studium nicht die erste Berufsausbildung ist?

Ja, das ist richtig. Viele haben schon eine Ausbildung – oft auch im Medienbereich - hinter sich und haben dementsprechend Berufserfahrung gesammelt. Andere haben bereits ein paar Semester ein anderes Studienfach studiert.

Du bist nun auch schon im zweiten Semester. Kannst du dich noch an die Einführungstage erinnern?

Ja, das waren zwei Tage in der Woche vor dem Vorlesungsbeginn. Die Professoren erklärten uns den Modulplan und was für Lehrveranstaltungen in den kommenden Semestern auf uns zukommen sollten. Außerdem stellten sich uns drei Kommilitonen aus dem dritten Semester vor und wir hatten bei einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa die Möglichkeit, erste Unsicherheiten bezüglich Klausuren aus dem Weg zu räumen. Das war sehr angenehm, da man solche Fragen nicht direkt den Professoren stellen möchte. Am Abend des ersten Einführungstages haben wir dann im Rahmen eines „Get-together“ die anderen Studenten aus dem dritten Semester kennen gelernt und konnten uns sowohl mit denen als auch untereinander austauschen und schon einmal näher kennen lernen. Das war wirklich sehr nett.

Wie in jedem Jahrgang haben mit dir 29 weitere Kommilitonen das Studium als angehende Online-Redakteure aufgenommen. Hast du auf Anhieb Kontakte knüpfen können?

Ja, das ging eigentlich relativ schnell. Schon an den Einführungstagen haben wir viel miteinander geredet. Mittlerweile hat es sich schon so entwickelt, dass man mit dem ein oder anderen mehr zu tun hat als mit anderen, aber das ist ja normal. Trotzdem muss ich sagen, dass wir generell alle gut miteinander auskommen.

Habt ihr Kontakt zu euren Kommilitonen aus den höheren Semestern?

Am Anfang von unserem ersten Semester haben die Kommilitonen aus dem dritten Semester traditionell die „Ersti-Party“ für uns organisiert, bei der auch viele unserer Professoren anwesend waren. Auch an der FH hat man Kontakt zu den „Großen“. So hatten wir zum Beispiel die Möglichkeit, an Tutorien teilzunehmen, die von den älteren Studenten geleitet werden.

Das Gebäude der Fachhochschule Köln ist sehr groß und es gibt viele „Irrwege“. Findet man da schnell die Räume, in denen die nächste Lehrveranstaltung stattfindet?

Da die verschiedenen Studiengänge auf einzelne Gebäudeteile aufgeteilt sind, liegen die Räume, in denen wir Unterricht haben, eng beieinander. Wir haben uns von Anfang an gut zurecht gefunden, das war überhaupt kein Problem. Zur Not kann man auch den Pförtner in der Eingangshalle um Hilfe bitten.

In dem Studium werden verschiedene Lehrbereiche vermittelt. Journalistik wird mit der Technik, die ein Online Redakteur beherrschen sollte, kombiniert. Wie ist deine Meinung dazu?

Genau deshalb habe ich mich letztendlich für diesen Studiengang entschieden. Ich denke, dass sich in Zukunft immer mehr auf den Online-Bereich konzentrieren wird und mit der Online-Redakteur-Ausbildung hat man später einfach viel mehr Möglichkeiten, journalistisch tätig zu sein. Man muss sich zum Beispiel nicht auf den Printbereich konzentrieren, sondern ist auch in ganz anderen Bereichen einsetzbar. Auch ein Beruf in der PR-Branche oder als Mediengestalter ist zum Beispiel möglich. Ganz abgesehen von dem Beruf des Online-Redakteurs an sich.

Sind eure Seminare und Lehrveranstaltungen - wie häufig bei Fachhochschulstudiengängen - sehr praxisnah gestaltet?

Auf jeden Fall. Bestes Beispiel dafür ist unser Weblabor. Viele Lehrveranstaltungen finden dort statt, jeder hat seinen eigenen Computer und wir setzen vieles direkt um, was wir zuvor theoretisch lernen.

Wie kann man sich den praxisnahen Unterricht denn vorstellen?

Das Schöne ist, dass wir sowohl im journalistischen als auch im technischen Bereich praktisch arbeiten. So lernen wir in der Lehrveranstaltung „Journalistische Darstellungsformen“ zum Beispiel, wie man einen Teaser oder einen Kommentar schreibt und können das dann direkt am Computer umsetzen und uns anschließend das Feedback unserer Professorin und den Kommilitonen einholen. In der Lehrveranstaltung „Markup Languages“, die wir in den ersten beiden Semestern hatten, haben wir zum Beispiel gelernt, wie man mithilfe der Auszeichnungssprache HTML Webseiten gestalten kann. Die Mischung aus theoretischem und praktischem Unterricht ist wirklich gut gewählt.

Wie würdest du die Leistungsanforderungen beschreiben? Ist das Studium in der Regelstudienzeit zu bewältigen?

Da ich mich ja erst am Ende des zweiten Semesters befinde, ist es schwer, die Frage für die das sechs-semestrige Studium zu beantworten. Bis jetzt kann ich aber sagen, dass es natürlich nicht wenig Arbeit ist, diese aber auf jeden Fall zu bewältigen ist. Gut finde ich, dass man auch viel in Gruppen arbeitet. So kann zum Beispiel eine Modulprüfung aus einer Präsentation, die man zusammen mit Kommilitonen hält, bestehen. 

Der Studiengang wird im Gegensatz zu anderen Studiengängen von wenigen Professoren und Dozenten betreut. Wirkt sich dies auf das Verhältnis zwischen Lehrenden und Studenten aus?

Ich denke schon, dass wir ein intensiveres Verhältnis zu unseren Dozenten haben als es zum Beispiel die Studenten an einer Universität haben. Für uns ist das total positiv, da man immer die Möglichkeit hat, sich mit Fragen an die Professoren zu wenden und auch ein Feedback zu eigenen Leistungen, Klausuren oder anderen Aufgaben einzuholen.

Wenn du auf die vergangenen zwei Semester zurückblickst, wie lautet dein Fazit?

Bisher bin ich absolut zufrieden mit meiner Studienwahl. Trotz der Arbeit macht das Studium Spaß und die breite Palette an Lehrveranstaltungen ist wirklich interessant. Gut finde ich, dass sich nur wenige Veranstaltungen über mehrere Semester ziehen. Das bringt Abwechslung in den Studiengang und man lernt ganz neue Sachen. Ich bin gespannt, was uns noch alles erwartet.

Danke für das Interview. Eine letzte Frage: Welchen Tipp gibt du Studieninteressierten mit auf den Weg?

Wenn ihr euch dem Journalismus und dem Internet verbunden fühlt, seid ihr hier genau richtig!

Das Interview wurde von Lars Pallme König geführt.

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