Mikrofon
 

Ein ausgebildeter Online-Redakteur im Gespräch

Florian Stein an seinem Arbeitsplatz bei Google

Florian Stein (28) ist Absolvent des Studiengangs Online-Redakteur und arbeitet in Dublin bei Google, einem der wohl erfolgreichsten IT-Unternehmen der Welt. Google beschäftigt weltweit ca. 19.000 Mitarbeiter für mehr als 100 internationale Domains in ungefähr ebenso vielen Sprachen – Tendenz steigend. Außerdem gilt Google als junges, frisches und sehr arbeitsfreundliches Unternehmen und begehrter Arbeitgeber. Lina Sievering, Peer Hepp und Marko Dietrich haben Florian Stein per E-Mail interviewt.

Wie kommt man an einen Job bei Google?

Entweder direkt bewerben oder über eine Empfehlung von einem Mitarbeiter. Das ist im Übrigen der Grund, warum ich euch an eure Verteilerliste offene Stellen schicke – auf die könnt Ihr euch sehr gern über mich bewerben. Hier geht’s zu unseren Jobs oder auch Praktika. Ich selbst habe meinen Job auch durch eine Mitarbeiterempfehlung bekommen. Hilfreich war für mich, dass ich ein halbes Jahr in London Medienmanagement studiert habe.

Florian Steins Arbeitsplatz

Wie heißt deine genaue Berufsbezeichnung und wie sieht dein typischer Arbeitstag aus?

Search Quality Associate, was mit „Teilhaber“ übersetzt werden kann, da ich Aktien von Google halte. Es gibt hier nicht wirklich einen typischen Arbeitstag – es ist vielmehr das, was du daraus machst und wohin du dich entwickeln möchtest. Sonst gibt es viele Meetings und viele Mails. Ich arbeite an diversen Projekten und engagiere mich auch in Arbeitszeit bei sozialen Projekten, z.B. indem ich bei Google Grants mitarbeite. Das alles wird abgerundet mit super-netten Kollegen und einer Arbeitsatmosphäre, die dem Campusleben an der Uni sehr nahe kommt – und wie ich finde noch übertrifft! Typisch bei Google ist die 80/20 Regel – d.h. 80 Prozent deiner Zeit nutzt du für den Corejob und in mindestens 20 Prozent suchst du dir Projekte, die dich interessieren. Idealerweise liegen diese in einem Bereich in dem du „wachsen“ möchtest. Ich beschäftige mich derzeit mit Projekten, die im Bereich Coaching und Projektmanagement liegen. Es bieten sich einem zudem Möglichkeiten wie z.B. einen Artikel auf unserem Webmaster Central Blog (den jeder Online-Redakteur kennen muss!) zu veröffentlichen, Google auf internationalen Messen zu vertreten oder für Trainings nach Kalifornien zu fliegen (Google Head Quarter). Natürlich gibt es auch noch viele andere Google-Teams auf der ganzen Welt, wie Google Earth, Youtube, Adsense, Adwords, Checkout, Google News oder Picasa etc., wo ihr euch ebenfalls bewerben könnt (geht auch über mich).

Wieviele Mails bekommst du am Tag?
ca. 30.

Wie hoch sind die Hürden, um einen Job bei Google zu bekommen?

Grundsätzlich gilt: Wer wirklich will, ein relevantes Studium vorweisen kann und idealerweise Auslandserfahrung mitbringt, kann es schaffen. Meine Erfahrung ist, dass sich viele Leute gar nicht trauen, sich zu bewerben, da sie sich keine Chancen ausrechnen. Ich denke, es lohnt sich - gerade bei einem so coolen Arbeitgeber. Es ist möglich hier zu arbeiten, auch als Kölner :-) Einen Versuch ist es in jedem Fall wert! Und übrigens: Versucht nicht erst nach Abschluss eures Studiums, euch hier zu bewerben. Während des letzten Semesters ist es ideal – je früher, desto besser!

Im Ausland zu arbeiten, ist sicherlich mit Schwierigkeiten verbunden. Was hat dich dazu bewogen, nach Irland zu gehen?

Ganz einfach, ich hab ein Angebot von Google bekommen – da zögert man nicht lange! Ich wäre auch in ein anderes Land gegangen, nur um bei Google zu arbeiten. Dublin ist eine super Stadt und hat alles zu bieten, was Köln auch hat – und es liegt direkt am Meer. Außerdem sind in Dublin sehr viele IT-Unternehmen ansässig und dementsprechend auch viele Leute mit gleichen Interessen. Kurz gesagt, mich zieht nichts zurück nach Deutschland.

Welche Schwierigkeiten waren mit deinem Umzug verbunden?

Keine! Google übernimmt so ziemlich alles für dich. Einziges Manko hier: Die Wohnungen sind ziemlich teuer. So bezahlt man z.B. für ein Zimmer locker 800 Euro oder für ein Ein-Zimmer Apartment 1400,- Euro. Natürlich geht es auch noch wesentlich teurer. Aber auch das ist kein echtes Problem, man verdient hier mehr als in Deutschland und auch der Steuersatz ist bei 20 Prozent genial niedrig.

Google gilt bei Kennern, was das Arbeitsklima angeht, als sehr begehrter Arbeitgeber. Stimmt das, und wenn ja, was ist so besonders an dem Klima?

Ja! Ich bin total begeistert – und plane eine Langzeitkarriere bei Google. Google ist ein sehr beliebter Arbeitgeber. Weltweit haben wir mehrere Male den ersten Platz vor anderen Spitzen-Firmen belegt – siehe Fortune. Aber auch in Irland ist Google zum national beliebtesten Arbeitgeber gewählt worden. Gründe dafür gibt es wirklich tausende – ich entdecke heute noch neue. Wer mehr wissen will, der kann zum Beispiel das Video "Die Google Factory Tour" anschauen.

Was hat dir das Online-Redakteur-Studium in Bezug auf deine jetzige Beschäftigung gebracht?

Sehr viel. Ich denke, die Tatsache, dass unser Studiengang mehrere Male Spitzenplätze in CHE-Ranking belegen konnte, zeigt, dass wir alle eine sehr gute Studienwahl getroffen haben. Im Übrigen ist ein solcher Award auch hilfreich, wenn man sich bei internationalen Unternehmen bewerben möchte, da immer viel Wert auf die Qualität des Studiengangs gelegt wird.

Noch eine abschließende Frage im Hinblick auf angehende Online-Redakteure: Welche Möglichkeiten hat ein OR’ler bei Google und wie sieht es mit Aufstiegschancen aus?

Sehr gut! Ich denke, alle Studienfächer haben mich auf die eine oder andere Weise auf meinen Job hier vorbereitet. Alles andere bekommst du in einem umfangreichen Training beigebracht. Übrigens ist mir bei der Vorbereitung auf mein Vorstellungsgespräch eingefallen, dass wir sogar einmal eine Lehrveranstaltung bei Herrn Scherfer in Suchmaschinenoptimierung hatten. Also noch mal – der Studiengang kann einiges und in Verbindung mit z.B. einem Auslandspraktikum habt ihr auf der internationalen Jobbühne sehr gute Chancen! Und wer hier bei Google einen Job hat, hat stets sehr gute Chancen, weiter zu kommen. Abschließend: Schickt mir Eure Bewerbung für Praktikum oder Job (siehe meine Mailadresse in eurem Verteiler) – und bei Fragen stehe ich gerne zu Verfügung.

Das Interview führten Lina Sievering, Peer Hepp und Marko Dietrich.