
Sascha, drei Jahre Studium liegen hinter dir. Wie fühlt man sich als fast ausgebildeter Online-Redakteur?
Einerseits finde ich es schade bald fertig zu sein – irgendwie wird mir das Studentenleben fehlen – doch andererseits freue ich mich auf meinen nächsten Lebensabschnitt und die neuen Herausforderungen. Ich bin guter Dinge, dass alles klappt.
Es gibt viele Möglichkeiten, wie es nach dem Studium weitergehen kann. Möchtest du noch einen Master machen oder wirst du direkt ins Berufsleben einsteigen?
Da bin ich noch unentschlossen, ich tendiere momentan eher zum direkten Berufseinstieg, einfach weil ich für mich bisher nicht den passenden Master-Studiengang gefunden habe. Zunächst war es mein Plan für ein Jahr ins Ausland zu gehen, vorzugsweise in die USA oder nach Kanada, allerdings bin ich derzeit nicht mehr so ganz davon überzeugt. Wie du selbst schon gesagt hast, es gibt so viele Möglichkeiten. Ich sondiere momentan den Arbeitsmarkt und suche nach dem passenden Job für mich. Erst mal muss ich mir selbst natürlich darüber klar werden, was ich wirklich machen möchte. Ich bin bei solchen Entscheidungen immer spontan und vor allem interessengesteuert und da ich mich sehr für das Thema Film interessiere, wäre etwas in diese Richtung schon klasse.
Im fünften Semester stand das Pflichtpraktikum auf dem Studienplan. Wo hast du dieses absolviert?
Mein Praktikum habe ich beim Schnitt, einem Filmmagazin in Köln, absolviert, und ich muss sagen, dass das eine wirklich gute Entscheidung und auch Erfahrung war. Auch daher rührt mein Wunsch einen Job mit Filmbezug zu finden. Wenn man sich für diese Richtung interessiert, kann ich ein Praktikum beim Schnitt nur empfehlen: Das hat mir persönlich wirklich viel gebracht.
Wenn du deine drei Studienjahre Revue passieren lässt: Bist du mit der Wahl des Studiums auch im Nachhinein noch zufrieden?
Das in jedem Fall. Ich denke, die Chancen als Online-Redakteur einen Beruf zu finden, stehen sehr gut. Ein Freund hat mir vor kurzem erzählt, dass er sich in Jobbörsen umgesehen hat – er studiert allerdings in einer anderen Fachrichtung – und andauernd über Inserate von Firmen gestolpert ist, die einen oder auch mehrere Online-Redakteure suchen. Im Prinzip zeigt dieses kleine Beispiel schon, dass man mit der Studienwahl zufrieden sein kann. Nur mit der Tatsache, dass es sich bei diesem Studium um einen Bachelor-Studiengang handelt, bin ich nicht so ganz glücklich. Aber das ist ein ganz anderes Thema und im Zuge der Bologna-Entscheidung ist es nun mal unumgänglich mit dieser Studienform konfrontiert zu werden.
Du würdest also alles genau so machen, wie vor drei Jahren, als du dich für das Studium entschieden hast?
Im Bezug auf die Studienwahl kann ich da nur zustimmen, ob ich alles genau so machen würde sei mal dahin gestellt und soll auch mein Geheimnis bleiben. Zurück zu blicken und persönlich aus seinen Erfahrungen zu lernen, halte ich natürlich immer für richtig, aber zurück zu blicken und sich zu fragen, ob man alles noch mal so machen würde, ist meiner Meinung nach schwierig. Die Entscheidungen sind nun mal so gefallen und lassen sich nicht mehr rückgängig machen. Gut daran ist, dass man auch aus Fehlern lernt oder das zumindest sollte, und wenn man die Entscheidung in einem Moment für richtig hält, dann sollte man auch so handeln.
In dem Studium sollen theoretische Inhalte mit praktischen kombiniert werden. Kannst du das, wenn du zurückblickst, bestätigen?
Ja das kann ich. Ich halte diese Kombination für ausgewogen und man konnte theoretisch erlerntes Wissen direkt praktisch anwenden: Wirklich ein dicker Pluspunkt dieses Studiums.
Wenn du jetzt zurückblickst, wie lautet dein Fazit für die drei Jahre Studium?
Schlussendlich kann ich eigentlich nur Gutes über den Studiengang berichten, ein wenig unglücklich finde ich, wie schon gesagt, lediglich die Tatsache, dass es sich hier um einen Bachelor-Studiengang handelt. Bei einer Studienzeit von sechs Semestern, von denen eines noch das Praxissemester ist, ist es natürlich manchmal nicht möglich sich mit allem so dezidiert auseinander zu setzen, wie man sich das manchmal vielleicht wünschen würde. Dennoch halte ich die Konzeption des Studiengangs für sehr gelungen und ich denke, dass jeder Absolvent wirklich gut für den Alltag eines Online-Redakteurs ausgebildet ist.
Vielen Dank für das interessante Interview.
Das Interview wurde von Lars Pallme König geführt.