Wer nichts kostet, ist nichts wert

Von Alexander Derno

„Gesucht wird Praktikant, der 40 Stunden die Woche hilft die Datenbank zu füllen, Texte ins Content Management System zu setzen und Bilder für Galerien zu bearbeiten. Geboten wird viel Stress, Erfahrung fürs Leben und keine Bezahlung.“  

So oder ähnlich lauten viele Praktikumsangebote. Es soll cool klingen, aber das ist es nicht. Denn der Praktikant schuftet wie ein Angestellter und bekommt keinen Cent für diese Arbeit. Das klingt nach Ausbeutung und das ist es auch.

Natürlich ist ein Praktikant jemand, der eingearbeitet werden muss. Aber das muss ein neuer Mitarbeiter immer. Natürlich ist ein Praktikant nicht das hochqualifizierte Humankapital, nach dem die Wirtschaft lechzt. Aber er arbeitet und ist damit produktiv. Er leistet seinen Beitrag für das Unternehmen. Und für diese Leistung sollte es ein Entgelt geben, auch wenn der Praktikant „nur“ zum Lernen gekommen ist. Wenn der Praktikant nichts kostet, dann ist er auch nichts wert. Also besteht immer die Gefahr, dass der Praktikant nicht wertgeschätzt wird. Wer nichts kostet, ist nicht wichtig. Wer nicht wichtig ist, der bekommt auch keine wichtigen Aufgaben. Und wer keine wichtigen Aufgaben bekommt, kann nichts lernen.