Verhaltenstipps für das Praktikum

Wenn die Zusage für das Praktikum gekommen und der Vertrag unter Dach und Fach gebracht ist, kann es losgehen. Nun kommt es darauf an, die Zeit im Unternehmen für neue Erfahrungen gut zu nutzen und selbstverantwortlich für das Gelingen des Praktikums zu sorgen.

Der erste Tag

Am ersten Arbeitstag lernt man den Arbeitsplatz und die neuen Kollegen kennen und erhält einen Einblick in die neuen Aufgabenfelder. Für die Zeit des Praktikums gelten die gleichen Empfehlungen wie für das Vorstellungsgespräch: Pünktliches Erscheinen, gepflegte Kleidung usw.

Oft wird dem Praktikanten in den ersten Stunden ein Betreuer zur Seite gestellt, der ihn mit den Mitarbeitern bekannt macht und ihm die verschiedenen Arbeitsbereiche kurz vorstellt. Ist dies nicht der Fall, stellt man sich kurz selbst vor. Beim ersten Gespräch mit dem Chef sollte dann geklärt werden, wer bei Fragen der Ansprechpartner ist. In vielen Fällen wird man von einem Mitarbeiter an die Hand genommen, der einem auch zukünftig für Fragen offen steht. Andere Praktikanten oder junge Kollegen können bei der Beantwortung von Fragen ebenfalls helfen und kennen die Ängste des Neuankömmlings bereits aus eigener Erfahrung.

Die Frage nach dem „Du“ oder „Sie“ erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl. In vielen Unternehmen und Redaktionen ist es durchaus üblich, dass sich alle mit dem Vornamen anreden. Dadurch werden ein lockerer Umgang und der Teamgeist gefördert. Auf keinem Fall sollte man jedoch dem Chef mit dem „Du“ zuvorkommen. Höflich ist es, grundsätzlich zu siezen und dann das angebotene „Du“ dankend anzunehmen.  

Organisatorisches

Wer als Praktikant einen eigenen Arbeitsplatz eingerichtet bekommt, muss sich erst einmal mit Passwörtern, Programmen und den Gegebenheiten am Schreibtisch vertraut machen. Redaktionsinterne Programme lässt man sich am besten gleich zu Anfang einmal gründlich erklären und schreibt die wichtigsten Arbeitsschritte mit. Manche Unternehmen bieten ihren Praktikanten auch einen schriftlichen Ratgeber an, in dem alles Wichtige erklärt wird.  

Bei bezahlten Praktika sollte möglichst in den ersten Tagen bei der Personalabteilung die Sozialversicherungsnummer und die Lohnsteuerkarte eingereicht und mit der Krankenkasse geklärt werden, ob für die Dauer des Praktikums Versicherungsschutz besteht. Oft werden diese Unterlagen aber auch schon einige Wochen vor Praktikumsbeginn eingefordert.
Bei großen Unternehmen ist der Zugang oft durch Hausausweise gesichert. Diese sollten gleich zu Anfang erfragt und am letzten Arbeitstag zurück gegeben werden.

Interessante Arbeiten

Ein journalistisches Praktikum soll dem Praktikanten Einblicke in die Arbeit eines Redakteurs ermöglichen. Wer auch nach der Eingewöhnungsphase nur kopiert und Kaffee kocht, sollte das Gespräch mit dem Vorgesetzen suchen und diese Probleme ansprechen. Dabei können auch eigene Themenvorschläge gemacht werden. Auf der Suche nach einer interessanten Tätigkeit ist durchaus ein ordentliches Maß an Eigeninitiative und Selbstbewusstsein gefragt. Insgesamt sind die Arbeitsfelder von Praktikanten aber von Redaktion zu Redaktion unterschiedlich.  

Am besten versucht man sich in den Tagesablauf der Redaktion zu integrieren und die Zeit so weit wie möglich zu strukturieren. Das Führen einer ToDo-Liste kann hier helfen. Für das Gelingen des Praktikums ist es sinnvoll, sich spätestens nach der Hälfte der Zeit ein kurzes Feedback vom Vorgesetzten einzuholen. So ein Zwischengespräch mit Lob und Kritik kann noch einmal motivieren und die eigenen Stärken und Schwächen aufzeigen.  

Schwierigkeiten

Probleme und Konflikte können unter Kollegen und innerhalb von Abteilungen immer mal auftreten. Damit ist aber nicht die sachliche Kritik gemeint, die dem Praktikanten helfen soll aus Fehlern zu lernen und herauszufinden, ob der Job den eigenen Interessen entspricht oder ob man dafür geeignet ist. Beleidigungen oder gar Mobbing seitens der Kollegen muss jedoch keiner hinnehmen. Durch eine offene, sachliche Aussprache mit der jeweiligen Person lassen sich viele Sachen klären. Funktioniert das nicht, kann eventuell der Chef vermitteln.
Auch wenn man sich mit einer Aufgabe inhaltlich überfordert fühlt, kann das geäußert werden. Schließlich macht man ein Praktikum, um etwas zu lernen und muss nicht alles können.

Wenn die Situation während des Praktikums vollkommen aus dem Ruder gerät und es zu gravierenden Problemen kommt, ist es sinnvoll sich an die Professoren des Studiengangs zu wenden, die im Notfall vielleicht helfen können, schnell eine neue Praktikumsstelle zu finden.

Zukunfts-Kontakte

Das Praktikum ermöglicht nicht nur neue berufliche Erfahrungen zu sammeln, sondern auch neue Kontakte zu knüpfen. Diese Kontakte können einem helfen nach dem Praktikum beziehungsweise Studium einen Job in diesem Unternehmen zu bekommen oder anderswo von einer freien Stelle zu erfahren.

In großen Unternehmen mit mehreren hundert Mitarbeitern gibt es meist Praktikantennetzwerke. Man kann sich bei der Personalabteilung oder anderen Praktikanten im Unternehmen danach erkundigen. Sie geben einem die Möglichkeit auch nach dem Praktikum noch eine Verbindung zum Unternehmen zu halten.

Doch nicht in jedem Unternehmen ist das Praktikum so professionell organisiert. Dann sollte man versuchen mit den Mitarbeitern oder weiteren Praktikanten Kontakte zu knüpfen. Nicht selten entstehen so nette Bekanntschaften oder sogar Freundschaften, die das Praktikum überdauern. Trotz allem sollte die Verbindung zur Firma auch nach dem Praktikum gehalten werden, vor allem wenn die Arbeit dort Spaß gemacht hat und man geschätzt wird. Eine nette Postkarte aus dem nächsten Urlaub oder Kurzbesuche zum Kaffee halten die Erinnerung an den ehemaligen Praktikanten wach. Dennoch sollten die Gesten nicht übertrieben werden. Wer sich zu sehr anstrengt nett zu sein, sammelt nur Negativpunkte.