Lazy – eine Diskussion über ein Wort und seine vielfältigen Bedeutungen

von Mai-Phi Trat Quan

 
 
 
 
 
 

M: Dir ist schon klar, dass das eine sehr spezielle Auslegung des Wortes ist, die nicht jeder Mensch mit dir teilen würde?
A: Ja. Und?

M: Benutzt du es denn so?
A: Nun, ich benutze es als Zielvorstellung für eine Geisteshaltung, die man hinbekommen sollte. Es soll ein Gegensatz zu diesem hektischen Macher-Aktionismus sein, dass man auf seine Chancen warten kann, die auch kommen und die man dann auch ergreift. Solang niemand einen Brocken Fleisch in den Käfig wirft, muss der Tiger nichts machen. Aber wenn ein Kind in den Käfig fällt, dann sollte er es möglichst auch auffressen. Alles andere ist verschenkte Kraftanstrengung.

M: Du reißt das Wort also aus seiner ursprünglichen Bedeutung heraus und gibst ihm eine komplett andere Farbe?
A: Ist das verboten?

M: Nein, natürlich nicht, aber es ist abseitig. Und dein Trick ist, dass du ein englisches Wort benutzt. Dem deutschen Pendant „faul“ könntest du nicht die Bedeutung von „lauern“ oder „träger Aufmerksamkeit“ zusprechen.
A: Es geht nicht ums Lauern. Das hast du jetzt hinzugefügt oder mich hingetrieben. „Lazy“ kann auch so ein gezieltes Treibenlassen sein, was an sich ja auch widersprüchlich ist. Dass die Dinge einfach so fortlaufen und man sozusagen nur mit kleinen Stößen in die richtige Richtung einfach woandershin treibt. Wenn das nicht zu sehr off-topic ist: Ich stelle mir das Sexualleben von Hunden und Katzen vor. Bei Hunden habe ich so ein Karnickelmodell vor Augen und bei Katzen ein „lazy“ Vorgehen.

M: Nein, falsch.
A: Ich habe noch keine Katzen ficken sehen.

M: Erst einmal stellt der Kater die Katze mit einem Biss in den Nacken ruhig, damit er sie überhaupt erst einmal begatten kann. An einem Katerpenis sind außerdem Widerhaken, mit denen er sich in der Muschi-Muschi verhakt, das ist wohl schmerzhaft.
A: Woher weiß man das?

M: Das lernt man in der Schule.
A: Das mit dem Biss finde ich jetzt ein bisschen unangenehm und unpassend gewalttätig. Ich dachte eher, dass die sich balgen würden, wie sich Katzen eben balgen.

M: Den Biss wenden doch auch Katzenmütter an, wenn sie ihre Jungen tragen wollen. Die Muskeln erschlaffen und die Kätzchen werden gefügig.
A: Gott sei Dank gibt es bei Katzen keine Psychoanalyse, das wäre doch sehr verquer, wenn das, was die Mutter mit dem Kind macht, dasselbe ist, was der Vater mit der Mutter macht. Tiere ergeben keinen Sinn und gehören eigentlich ausgerottet. Vielleicht außer den handgebürsteten Zwerg-Kobe-Rindern.

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