Online-Redakteure in Agenturen:

" Jeder Tag ist anders"

Online-Redakteure erwarten in der Berufswelt ein breites Spektrum verschiedenster Jobmöglichkeiten, die von Schreibtätigkeiten über Webdesign bis hin zu Social Media und PR-Arbeit reichen. Wer sich dabei nicht auf einen Bereich fixieren möchte, sondern am liebsten sein gesamtes Repertoire an sprachlichem, handwerklichem und organisatorischem Geschick unter Beweis stellen möchte, findet sein Glück in einer Web-Agentur. Das ist die Erfahrung der drei ehemaligen Online-Redakteur-Studenten Marie Neuhalfen, Ronja Gasper und Björn Lewe. Die drei erzählen, wie sie ihren Agentur-Alltag erleben und welche Kenntnisse sie aus dem Studium ins Berufsleben mitgenommen haben.

"Den Arbeitsalltag einer Agentur finde ich aufregend"

Mit einem breitgefächerten Interessensgebiet und Spaß an Abwechslung hat die frisch gebackene Online-Redakteurin Marie Neuhalfen ihren Platz als Junior Content Managerin in der Kölner Agentur JUNGMUT gefunden.

Marie Neuhalfen, Junior Content Managerin bei JUNGMUTZuvor hatte die OR-Absolventin aus dem Jahr 2015 diverse Praktika in Unternehmen und Nachrichtenredaktionen sammeln können. "Ich habe mich dann aber bewusst für eine Agentur entschieden, weil ich mich nicht nur auf journalistische Tätigkeiten fokussiert habe, sondern auch die Technik hinter Websites spannend fand. Eine Agentur deckt all diese Bereiche ab und ist für mich daher am aufregendsten."

Langweilig wird es der Junior Content Managerin bei der Kommunikation mit Kunden und Kollegen, sowie der Arbeit mit unterschiedlichsten Content Management Systemen nie. Auch die jeweiligen Projekte, welche Marie betreut, fordern sie immer wieder neu: "Mit jedem neuen Kunden kommen neue Aufgaben auf mich zu. Kreativität spielt dabei immer eine wichtige Rolle".

Da die Content Managerin mit diesen Aufgabengebieten bereits im Studium an der TH Köln in Kontakt kam, war sie für die Berufswelt gut vorbereitet: die Erstellung von Redaktionsplänen, Konzeptionen von Websites und ihr Wissen im Bildrecht kommen bei ihr heute besonders zum Tragen. "Selbst Inhalte im Studium, die für einen selbst zuerst nicht ganz sinnvoll erscheinen, kommen später auf einen zurück", meint sie.

"Besonders viel Spaß macht mir die Zusammenarbeit mit anderen kreativen Menschen"

"Hilfreich während des Studiums fand ich vor allem die Arbeit in Projekten", ergänzt Ronja Gasper. Über den Online-Redakteur-Mailverteiler wurde die studierte Online-Redakteurin auf ihren heutigen Arbeitsplatz bei Pro in Space aufmerksam.

Ronja Gasper, Online-Redakteurin bei Pro in Space"Ich hatte mir viel kreativen Input und den Einblick in viele Themengebiete erhofft – so ist es letztendlich auch gekommen." Erfahrung mit Agenturen hatte sie vorher keine. Die Projektarbeiten im Studium hätten ihr wichtige Einblicke in alltägliche Tätigkeiten gegeben, mit denen sie heute zu tun habe, erzählt Ronja. In der Kreativagentur übernimmt sie das Texten, Redigieren und Gestalten neuer Beiträge für Kunden, wie beispielsweise der Website von Einsfestival. Ihre Photoshop-Kenntnisse aus dem Studium sowie Erfahrungen im Redigieren, HTML und CSS sind elementare Bestandteile ihres Arbeitsalltages.

Daneben ist Ronja in der PR besonders für Blogger Relations zuständig, wobei sie Kooperationen und Events organisiert. Bei ihrem letzten Projekt im Sommer 2015 organisierte sie ein komplettes Bloggerevent bis ins letzte Detail. "Das war mal etwas anderes zur klassischen Schreibtischtätigkeit und hat richtig viel Spaß gemacht!" Außerdem schätzt die Online-Redakteurin bei ihrer Arbeit besonders den Austausch mit anderen kreativen Menschen, wie Grafikern, Redakteuren und Bloggern.

Den größten Unterschied zu einer klassischen Online-Redaktion sieht Ronja in den sich ständig wandelnden Themengebieten: "In einer Agentur muss man sehr flexibel sein und sich schnell in neue Themen einarbeiten können." Vor allem wenn eine neue Anfrage ins Haus kommt, kann es schnell stressiger als in einem klassischen Unternehmen werden, meint Ronja. "Man muss sehr serviceorientiert arbeiten und schnell auf seine Kunden reagieren." Für sie macht genau das den Reiz ihres Berufs aus: "Schließlich liefert so eine Arbeit auch viel kreativen Input und Abwechslung."

"In einer Agentur gleicht kein Tag dem anderen"

Dass OR-Studenten auch das Zeug zur Selbstständigkeit haben, beweisen Björn Lewe und Maik Gomez: Als die beiden 2009 ihren Bachelor erhielten, waren die Online-Redakteure bereits voll und ganz mit ihrer eigenen Agentur PARK 7 beschäftigt.

Björn Lewe, Gründer von Park7 Die GmbH mit Sitz in der Kölner Südstadt Rodenkirchen beschäftigt heute insgesamt 18 festangestellte Mitarbeiter. Als selbsternannte Spätstudierende hatten die beiden Kommilitonen bereits vor dem Online-Redakteur-Studium berufliche Erfahrungen gesammelt. Björn weiß heute noch: "Bei Maik war der Wille nach etwas Eigenem ausgeprägter. Groß überzeugen musste er mich zur Selbstständigkeit aber nicht." Während des gemeinsamen Praxissemesters bei Kicker Online in Nürnberg reifte die Idee der eigenen Agentur. Im sechsten Semester zogen Björn und Maik schließlich ihren ersten großen Auftrag an Land – PARK 7 war geboren. Mittlerweile fokussiert sich das Team mit einer selbst entwickelten Methodik auf digitales Marketing für B2B-Unternehmen und betreut diese weltweit.

Maik Rico y Gomez, Gründer von Park7 Die letzten drei Jahre waren für Björn und Maik besonders spannend: "In diesem Zeitraum haben wir uns konsequent von Selbstständigen zu Unternehmern entwickelt." Die Zeit während des Studiums hat sie ihrer Meinung nach gut auf das Berufsleben vorbereitet: "Ich denke, dass der interdisziplinäre Ansatz des Online-Redakteur-Studiums unsere heutigen Arbeitsmethoden geprägt hat. Zudem waren die diversen Möglichkeiten Projekte zu präsentieren sehr hilfreich, da das quasi zu unserem Tagesgeschäft gehört", erzählt Björn. Den Reiz seines Arbeitsalltages sieht auch er in der ständigen Abwechslung: "In der Agentur gleicht kein Tag dem Anderen. Klischee, ich weiß. Ist aber wirklich so!" Dagegen seien die Tagesabläufe in klassischen Online-Redaktionen reglementierter und strukturierter.

Ein Beitrag von Marcus Woide

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