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Skulpturen in Köln - Kunst im öffentlichen Raum

von  Anne Leichtfuß

Außenskulpturen gibt es in großer Anzahl und Vielfalt innerhalb des Kölner Stadtgebietes, jedoch befinden sie sich zum Teil in besorgniserregendem Zustand. Diesem Thema hat sich Verena Panter, Diplomandin des Studiengangs Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der Fachhochschule Köln in ihrer Diplomarbeit gewidmet.

Versteckte Schätze in inakzeptablem Zustand

von Anne Leichtfuß

Außenskulpturen gibt es in großer Anzahl und Vielfalt innerhalb des Kölner Stadtgebietes, jedoch befinden sie sich zum Teil in besorgniserregendem Zustand. Diesem Thema hat sich Verena Panter, Diplomandin des Studiengangs Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der Fachhochschule Köln in ihrer Diplomarbeit gewidmet. Etwa ein Viertel der Objekte ist nur unvollständig, veraltet oder gar nicht erfasst, weitere 17% sind in instabilem oder inakzeptablem Zustand: Der Water-Triangle-Ring von Fletcher Bentonist beklebt mit Aufklebern und Plakaten, ein Objekt von Karavan mit Graffitis übersäht oder die von Hingstmartin schlicht mit Efeu zugewachsen. Die meisten dieser Schäden entstanden durch Vernachlässigung der Objekte und deren Umgebung, „unterlassenes Eingreifen“, so der Fachbegriff. Eine Skulptur, der „Lauschangriff“ von Michael Schwarze, wurde jedoch sogar mutwillig zerstört und inzwischen vollständig entfernt. Von den Kölnern liebevoll „Arsch mit Ohren“ genannt, war die Skulptur zehn Jahre lang das Wahrzeichen der Hahnenstraße.
Auch die Stadt Köln hat – unwissend – einen Beitrag zur Zerstörung einer der Außenskulpturen geleistet: Der „Kölner Totentanz“ von HNaegeli wurde für Schmiererei gehalten und entfernt.

Mangelhafte Aufklärung

An vielen Stellen wird deutlich: Es fehlt an Aufklärung, der Regelung klarer Zuständigkeiten und umfassender Betreuung. Eigentümerin der meisten Skulpturen ist die Stadt Köln. Die Zuständigkeit ist jedoch ungeklärt und auf viele verschiedene Ämter verteilt. Eine vollständige Erfassung aller Kunstwerke fehlt, ebenso wie Budget und Personal.

Besserung in Sicht

Das Kulturdezernat arbeitet aktuell jedoch an einer Verbesserung der Situation: Von Januar bis März 2009 fanden eine Zustandserfassung und fotografische Dokumentation der erfassten Objekte statt. Es wurden eine Arbeitsgruppe „Kunst im öffentlichen Raum“ und ein Budget für bestehende Kunstwerke geschaffen. Ein neues Konzept soll Kompetenzen bündeln und eine zentrale Projektsteuerung ermöglichen: Ein Referat für Kunst im öffentlichen Raum soll mithilfe neuer Planstellen Ansprechpartner, Arbeitsbereiche und Vermittler bündeln, ein Bestandsverzeichnis und eine Datenbank sollen angelegt und umfassende Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden.
Als Basis zur Erstellung einer Prioritätenliste zur Restaurierung dient die aktuelle Zustandserfassung. Im Anschluss soll ein Pflegeplan zur regelmäßigen Wartung und Pflege erstellt werden. Die Vielfalt der Objekte und die Tatsache, dass sie über Jahre hinweg unterschiedlichen Witterungsverhältnissen ausgesetzt waren, stellt jedoch eine besondere Herausforderung für Restauratoren dar.

Öffentlichkeitsarbeit: Information und Sensibilisierung

Die Öffentlichkeitsarbeit des Projektes richtet sich vor allem an die Kölner Bürger: Durch umfangreiche Information sollen sie sensibilisiert werden. Auch um Akzeptanz für die Finanzierung der Betreuung soll geworben werden. Die Objekte sollen einheitlich beschriftet werden, es wird Stadtführungen mit speziellen Fokus auf die Objekte geben sowie die Möglichkeit von Patenschaften und eine Website.
Der Vortrag von Diplomandin Verena Panter, die Ihre Arbeit auf dem Diplomtag der diesjährigen Exponatec, der internationalen Fachmesse für Museen, Konservierung und Kulturerbe, präsentierte, endete mit dem Fazit: „[das] ... ist keine Frage des Wollens, sondern muss als selbstverständlich angesehen werden.“