Das Acessoire

von Kerstin Walther

Nach Wikipedia ist die Definition des Wortes Accessoire folgende: „Das Wort Accessoire ist ein altfranzösisches Lehnwort in der deutschen Sprache. Die wörtliche Übersetzung ist Zubehör oder Beiwerk. Hauptsächlich wird die Bezeichnung Accessoire seit dem 20. Jahrhundert als Sammelbegriff für funktionales und dekoratives modisches Beiwerk historischer und zeitgenössischer Kleidung, wie beispielsweise Hüte, Gürtel, Handschuhe, Fächer, Schirme, Taschen, Tücher und Schmuck verwendet.“
Das Accessoire ist also etwas schmückendes, das sich jeder Mensch ganz individuell aussuchen kann.
Der in der Definition aufgeführte Schal kann so rein funktional zur Wärme des Halses dienen. Doch noch eine nicht zu unterschätzende Funktion hat der Schal. „Damit kann man einen Fleck auf nem Pullover gut verstecken“. Diese Aussage kommt von einem jungen Mann, den man sogar im Sommer mit Schal sieht. Man ist sich nicht sicher, ob er überhaupt einen Hals hat, oder ob der Schal auf ominöse Weise mit dem Hals verwachsen ist. Sein Lieblingsschal ist braun-schwarz kariert und ihn als schmückendes Accessoire zu bezeichnen, wäre eine glatte Lüge. Da steht nun dieser Mann mit dem angewachsenen Schal. Schwenkt man den Blick auf seine rechte Seite, sieht man an seiner Hand eine Frau. Um den Kopf herum trägt sie ein Tuch, das man durchaus auch als Schal bezeichnen könnte – da haben sich wohl die Richtigen gefunden.
Das nächste Accessoire, das vor allem bei Frauen zu finden ist, ist die Tasche.
Da Taschen ja bekanntlich zu den Schuhen passen sollten, haben besonders Frauen sehr viele Taschen. Aber nicht nur in allen Farben, sondern auch in allen Größen. Da gibt es eine Tasche zum Shoppen, eine zum Arbeiten, eine zum Ausgehen, eine zum Ausgehen im Sommer, eine zum Ausgehen im Winter, eine zum Essen gehen usw. Aber diese Anzahl ist auch berechtigt, da in jeder Situation eine andere Farbe, eine andere Form und eine andere Größe benötigt wird. Vor allem die Größe der Tasche ist wichtig, da dort „alles drin ist, was man grad so braucht“. Die Frau, die diesen Kommentar von sich gibt, hat eine Tasche dabei, die nicht größer ist, als ein Taschenbuch. Wenn sie dann aber den Inhalt der Taschenbuchtasche präsentiert, erinnert einen das doch stark an die Tasche von Mary Poppins.
Accessoires sind jedem bekannt und die geringe Eigenleistung die man bringen muss, besteht darin, sich für eine Farbe oder eine Form des jeweiligen Accessoires zu entscheiden. Jedoch gibt es auch Menschen, die einfach ein komplett neues Accessoire und eine passende Wortschöpfung kreieren. So ist es mit dem „Gebimmsel“. Ein „Gebimmsel“ ist ein kleines selbstgemachtes Kettchen, das an der Tasche hängt und somit ein Accessoire für das  Accessoire ist. Die Frau, die dieses Accessoire zum Leben erweckt hat, verbringt ansonsten ihre Zeit mit Informatik und ist insgesamt ein sehr nüchterner Mensch. Sie trägt auch lieber ganz zweckmäßige Kleidung und für Accessoires hat sie ansonsten we-nig übrig, weil nach ihrer Meinung „Ketten und der ganze Kram doch total unnütz sind“. Aber wenn es um ihre „Gebimmsel“ geht, dann verbringt sie Tage damit, die richtigen Anhänger oder die richtigen Perlen zum Auffädeln zu finden. Und wenn man sie dann fragt, wozu denn genau das „Gebimmsel“ nützlich ist, antwortet sie wie selbstverständlich: „Die glitzern voll schön und klimpern, wenn die Anhänger aneinander stoßen.“ – Ja, natürlich, das ist sehr nützlich.

 

 

 

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